A+ R A-

Tischtennis-Psychologie

Hier ein interessanter Artikel über eine Situation, die jeder von uns schon mal erlebt hat... Oder sollte ich besser sagen: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.....

Mehr zu diesem Thema und viele weitere sehr interessante Berichte unter www. tt-tipps.de

Glaube versetzt Bälle, oder: Die 8:3 Problematik

Wer kennt das nicht. Es steht 8:3, und dann holt der Gegner im Eiltempo auf. Der in Führung liegende Spieler wird zunächst immer ruhiger. Doch beim 9:9 fängt er an, sich aufzuregen, sich mitzuteilen: * Holger, geh an den Ball. * Konzentrier Dich doch, konzentrier dich. * Kopfschütteln, Augenbrauen hochziehen. * Verzweifelter Blick auf den Schläger. * Ich spiele heute wieder wie ein Anfänger.

Woran liegt es, dass an die zuvor gezeigte Leistung nicht mehr angeknüpft werden kann?

Konzentrationsschwäche. So fängt es meist an, mehr dazu gleich. Eines steht fest. Das Nachdenken über die Aufholjagd des Gegners, sowie die verbalen Äußerungen über sich selbst und die eigenen sportlichen Fähigkeiten, führen zu einer Prozesskette, die einen Spieler immer tiefer in einen Sumpf ziehen können. Und wenn dann noch der Gedanke “Jetzt verliere ich vielleicht das Spiel, obwohl ich 8:3 geführt habe” im Kopf auftaucht, kommt eine sich selbsterfüllende Prophezeiung zu der ohnehin schlechten Situation dazu.

Was genau passiert hier also genau? Das Spiel kippt, der Gegner holt auf. Auslöser ist ein kurzer Einbruch der Konzentration, also lediglich der Auslöser. Ab einem bestimmten Punkt ist dann nicht mehr die mangelnde Konzentration der primäre Grund für unser schlechter werdendes Spiel.

Ab diesem Punkt setzt die Negativspirale ein.

Negativspirale Punkt 1: Deine Gedanken übernehmen die Kontrolle

Jetzt spielen die eigenen Gedanken eine immer größere werdende Rolle. Die Gedanken über die Situation, erst so hoch geführt zu haben, und jetzt das Spiel möglicherweise noch zu verlieren. Um das einmal mehr am altbekannten Zitronenbeispiel zu veranschaulichen, kannst du den folgenden Test durchführen: Stell dir vor, du hast eine wunderschöne, gelbe, saftige Zitrone vor dir liegen. Du nimmst die Zitrone in die Hand, und riechst daran. Du atmest den Geruch der Zitrone tief ein. Der typische Geruch einer Zitrone steigt in deine Nase. Du nimmst die Zitrone, und fühlst sie in deiner Hand. Jetzt schneidest du die gelbe, saftige Zitrone in mehrere Scheiben, und der Zitronensaft läuft über deine Hand. Du nimmst eine Zitronescheibe, und legst sie auf deine Zunge. Der Zitronensaft läuft dir die Zunge hinunter. Schließe nun die Augen, und stell dir eine Minute alles noch einmal bildhaft vor: Wie du an der Zitrone riechst, und die Zitronenscheibe auf deine Zunge legst. Gut. Wenn du dir die Zitrone bildhaft vorgestellt hast, hast du sehr wahrscheinlich folgendes festgestellt. 1. Du hast dein Gesicht verzogen. 2. Dein Mund hat vermehrt Speichel produziert. Und das lediglich durch deine Vorstellungskraft! Die Zitrone war nicht real, aber deine Gedanken an die Zitrone haben zu realen Reaktionen geführt.

Dein Körper hat reagiert: Auf Phantasien, auf Vorstellungen, auf Gedanken. Es waren nur Gedanken! Merke: Jeder Gedanke, jede Vorstellung, ob nun positiv oder negativ, hat Einfluss auf dein seelisches und körperliches Befinden. Das Gehirn verarbeitet ohne große Überprüfung oder Bewertung unsere Gedanken, stumpfsinnig wie ein Computer. Ein recht prägnanter Satz dazu lautet: garbage in -> garbage out. Müll rein, Müll raus. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Realität und Vorstellung. Und wenn wir die Vorstellung haben, das 8:3 doch noch zu verlieren, dann haben wir mit dem Gedanken an die Niederlage ein gutes Stück selbst dazu beigetragen, tatsächlich zu verlieren.

Und das bedeutet: Entweder du kontrollierst deine Gedanken, oder diese kontrollieren dich. Im Beispiel des 8:3 ist das eine sehr spontane, kurzfristige Angelegenheit. Die Gedanken kommen fast wie von selbst. Deswegen ist das Umstellen deiner Gedanken in solchen spontanen Negativ-Situationen eine längerfristige Angelegenheit, die viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Das führt uns auch direkt zum zweiten Teil der Negativspirale.

Negativspirale Punkt 2: Der Knacks im Selbstwertgefühl

Was führt uns zu den verbalen Äußerungen, wie “Mensch Holger, jetzt spiel doch mal gescheit Tischtennis”? Also die Aussagen, die wir über uns selbst treffen, wenn unser Spiel zu wünschen übrig lässt. Wir wollen durch diese Äußerungen dem Gegner und Zuschauern mitteilen, dass wir eigentlich besser sind, als das, das wir in diesem Moment zeigen. In unserem Kopf geht dann vielleicht umher: “Normalerweise bin ich besser” und “Ich bin von mir selbst enttäuscht.”

In diesen Aussagen stecken mehr Informationen, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Der Spieler, der so denkt, definiert sich sehr stark über Tischtennis, bzw. er definiert sich über seine Leistung beim Tischtennis. Ein Spieler, der sich nur gut fühlt, wenn er gewinnt, sollte zumindest einmal darüber nachdenken, inwieweit sein Befinden von seiner Leistung beim Tischtennis abhängig ist.

Wer seinen eigenen Leistungsanspruch zu hoch ansetzt, legt sich selbst die hohe Bürde auf, immer gut sein zu müssen. Und wenn wir einmal nicht gut sind, dann fühlen wir uns schlecht.

Gerade im Nachwuchsbereich ist es deshalb besonders wichtig, dass die jungen Spieler und Spielerinnen als Mensch geachtet werden, und nicht aufgrund ihrer sportlichen Leistungen beurteilt werden. Hier stehen also besonders die Erwachsenen und die Trainer in der Pflicht, sich dem Nachwuchsspielern gegenüber entsprechend zu verhalten. Auf dieses Thema wird jedoch an anderer Stelle detaillierter eingegangen. Für uns ist an dieser Stelle wichtig: Welchen Stellenwert hat das Tischtennisspiel für uns. Wenn bei schlechten sportlichen Leistungen folgende oder ähnliche Gedanken auftreten: * Was denkt der Trainer jetzt von mir? * Ich kann’s doch viel besser, warum liefere ich so einen Mist ab? * Mein Doppel-Partner wird sicher enttäuscht von mir sein.

Wenn solche Gedanken auftreten, wird es bei der 8:3 -> 9:9 Problematik schwer, weil wir uns selbst unter Druck setzen. Und das geht dann meist nach hinten los. Ein routinierter und ausgeglichener Tischtennisspieler weiß, dass er auch Fehler macht. Er lebt mit diesen Fehlern, und spricht ihnen keinen überhöhten Stellenwert zu. Er muss sich für seine Fehler nicht rechtfertigen oder große Erklärungen abgeben. Weder dem Trainer gegenüber, noch sich selbst gegenüber.

Wie können wir also an das 8:3 -> 9:9 Problem herantreten? Einerseits gibt es kurzfristige Dinge, die wir ändern können. Wie so oft, bei der Umstellung psychologischer Verhaltensweisen, brauchen Veränderungen Geduld und Wiederholung, bis sie sitzen. Von heute auf morgen geht das nicht. An erster Stelle steht die Selbstanalyse.

Niemand sonst, als wir selbst, weiß so gut, was in unserem Kopf vorgeht. In schwierigen Spielsituationen können wir uns selbst beobachten, wie wir reagieren, was wir in der jeweiligen Situation denken. Und nach dem Spiel bleibt dann Zeit, über die Erkenntnisse nachzudenken, und Lösungen für die Zukunft zu finden.

Im Spiel: Wir akzeptieren die Fehler, die wir gemacht haben.
Im Spiel: Wir hängen Fehlern nicht in Gedanken nach.
Im Spiel: Wir erinnern uns an Situationen, in denen wir Rückstände oder Patts zu unseren Gunsten entschieden haben.
Im Spiel: Wir glauben wirklich daran, das Spiel zu gewinnen. Glauben versetzt Bälle. Glaube ist alles, hat auch Podolski gesagt.
Im Spiel: Wir sprechen keine Selbstkritik aus. Nicht laut, und auch nicht leise zu uns selbst.
Langfristig: Wir überdenken ein eventuell vorhandenes überhöhtes Selbstanspruchs-Niveau.
Langfristig: Wir bewerten andere Spieler und Vereinsmitglieder nicht aufgrund ihrer sportlichen Leistung, sondern schätzen sie als Mensch. Das ist unbedingte Voraussetzung dafür, dass wir uns selbst gegenüber auch auf diese Weise beurteilen können.

Und jetzt viel Spaß bei der Umsetzung!!! 

 

 

 

Der wunde Punkt beim Tischtennis

Der Ellbogen, oft ein wunder Punkt bei Tischtennisspielern mit langen Armen

Eine gute Ballplatzierung ist beim Tischtennis sehr wichtig. In diesem Tischtennis-Tipp geht es um den Platzierungspunkt Ellbogen. Einige Gegner reagieren auf diesen Punkt sehr empfindlich. Es lohnt sich also, diesen Platzierungspunkt zu kennen, und gezielt anspielen zu können.

Der Ellbogenbereich befindet sich genau zwischen gegnerischer Vorhand und gegnerischer Rückhand. Es ist der Bereich, bei dem der Gegner innerhalb kürzester Zeit entscheiden muss, ob er deinen Ball mit seiner Vorhand oder Rückhand zurückspielt.

Beim Tischtennis ist Zeit Mangelware. Durch die gezielte Ellbogenplatzierung kann der Gegner zu schlechten Schlägen gedrängt werden. Im besten Fall führt die gute Positionierung mit dem richtigen Tempo zum direkten Punktgewinn.

Um den Platzierungspunkt Ellbogen besser zu verstehen, um ihn besser am eigenen Leib zu spüren, kannst du folgende kleine Übung ausführen:

Tischtennis Übung: Eigenen Ellbogenbereich erkunden

Nimm deinen Tischtennisschläger in die Hand. Wenn du Rechtshänder bist, in die rechte Hand. Nimm einen Tischtennisball in die linke Hand. Den Schläger hältst du jetzt so, als würdest du an der Tischtennisplatte stehen. Den Ball in der linken Hand streckst du von dir weg, in Richtung Tischtennisplatte, also vom Körper weg. Gut, das ist die Ausgangsstellung:

  1. Führe den Ball langsam in Richtung deiner linken Schulter. Wie würdest du den Ball schlagen? Wahrscheinlich Rückhand. Der Ball ist problemlos mit deiner Rückhand zu spielen.
     
  2. Nimm wieder die Ausgangsstellung ein. Gut. Nun führe den Ball in Richtung Brustkorbmitte. Wie würdest du den Ball schlagen? Wieder Rückhand. Du kannst den Ball problemlos mit deiner Rückhand spielen.
     
  3. Gehe wieder in Ausgangsstellung. OK. Führe den Ball nun langsam in Richtung deiner rechten Brust. Wie würdest du den Ball schlagen? Rückhand, aber diesmal etwas verkrampft. Du musst deinen Ellbogen schon ziemlich weit hochnehmen, um mit dem Schlägerblatt an den Tischtennisball zu kommen. Du könntest den Ball also Rückhand schlagen, aber richtig Spaß macht das so nicht mehr.
     
  4. Nimm noch letztes Mal die Ausgangsstellung ein. So. Jetzt führe den Ball noch etwas weiter nach rechts. In Richtung Ellbogengelenk. Die Stelle, an der dein Oberarm und dein Ellbogen zusammenkommen. Wie würdest du den Ball schlagen wollen, ohne einen Schritt nach rechts oder einen Schritt nach links zu gehen. Das wird schwierig. Du könntest den Ellbogen nach oben nehmen, so dass dein Oberarm und dein Körper einen 90°-Winkel bilden. Dadurch verschiebt sich dein Bereich Ellbogen etwas weiter nach rechts. Aber es ist eine ziemlich verkrampfte Angelegenheit.

Tischtennis Tipp: Platzierung Ellbogen

Du hast den Platzierungspunkt Ellbogen jetzt am eigenen Leib erfahren. Es ist die Stelle, an der der Oberarm mit dem Unterarm zusammentrifft. Der Knick im Arm. Nachfolgend noch einige mehr oder minder allgemeingültige Regeln im Zusammenhang mit der Platzierung Ellbogen:
Weitere wichtige Hinweise zur Platzierung Ellbogen

  1. Umso schneller du den Ball in den Ellbogen deines Gegners spielst, desto effektiver ist dein Schlag. Schnell im Tempo, und überraschend.
     
  2. Lass den Gegner nicht merken, dass du ihn auf den Ellbogen anspielen willst. Nicht hinstarren oder auf andere Art preisgeben, was du vor hast.
     
  3. Große Tischtennisspieler mit langen Armen reagieren in der Regel empfindlicher auf die Platzierung Ellbogen.
     
  4. Kleine und flinke Tischtennisspieler reagieren weniger empfindlich. Ausnahmen gibt es natürlich.
     
  5. Senioren regieren oft empfindlich auf den Bereich Ellbogen. Bewegungsmuffel reagieren besonders empfindlich auf den Bereich Ellbogen.
     
  6. Am effektivsten sind Ellbogenbälle, die nah am Körper des Gegners aufkommen.
     
  7. Der Bereich Ellbogen verschiebt sich etwas in Abhängigkeit der Länge des gespielten Balles. Wichtiger ist aber: Körpernah (siehe Punkt 6) in den Ellbogen spielen, das ist am einfachsten und am effektivsten.

Übung: Im freien Training macht es sehr viel Spaß, den Bereich Ellbogen des Gegners auszuloten. Festzustellen, wo der Bereich Ellbogen beim jeweiligen Gegner liegt. Das kann von Gegner zu Gegner leicht variieren. Einige Gegner verwringen sich und haben weniger Probleme. Vorhanddominante Spieler reagieren anders, als rückhanddominante Spieler.Tipp: Spiel deinem Gegner immer wieder körpernahe Bälle zu, und beobachte, an welcher Stelle bei ihm der Wechsel zwischen Vorhand und Rückhand stattfindet. Das ist sein Ellbogenbereich.

Mentale Stärke

 Tischtennis - Mentale Stärke

Überschrift: Ja warum denn nicht?

Ja warum denn nicht, ist wohl die Überschrift mit der größtmöglichen Leere an Information. Dennoch wurde die Überschrift bewusst gewählt, weil genau diese Frage - Ja warum denn nicht - der Schlüssel zum Durchbruch sein kann. Der Durchbruch durch Barrieren.

Genauer: Der Durchbruch von Barrieren in Form mentaler Sperren. Mentale Sperren sind Denkweisen, die unsere wahre Leistungsfähigkeit einschränken können. Zunächst einige Beispiele für mentale und emotionale Sperren.

Mentale Sperren beim Tischtennis

Mentale Sperren sind begrenzende Gedanken, die uns daran hindern, unsere tatsächlichen Fähigkeiten voll auszuspielen. Beim Tischtennis, und auch in allen möglichen Lebenslagen. 

  1. Dieser eine Gegner, gegen die wir in der Vergangenheit immer wieder verloren haben. Es kann sich in unserem Kopf festigen: “Gegen den verliere ich immer”.
     
  2. Auswärts in einer fremden Halle: “Die Halle liegt mir nicht, das Licht liegt mir nicht, der Bodenbelag ist rutschig” usw. können zu der Gesamtaussage führen: “Die Auswärts-Halle liegt mir nicht, da verliere ich immer, die Halle bringt mir Unglück”
     
  3. Gegen Noppenspieler oder Antis bin ich völlig verunsichert. Da verliere ich fast immer.
     
  4. Dem seine merkwürdige Spielweise liegt mir nicht, da verliere ich immer.
     
  5. Gegen den verliere ich immer, wenn’s drauf ankommt.
     
  6. Bei 10:10 verliere ich immer die Nerven, ich werde nervös, und der Gegner gewinnt.
     
  7. Der spielt eine Klasse höher, gegen den habe ich keine Chance.
     
  8. Der spielt schon 5 Jahre Tischtennis, ich erst 1 Jahr. Da habe ich keine Chance.

Das sind nur einige Beispiele für mentale Sperren oder Quellen mentaler Sperren. Alle haben eines gemeinsam. Sie schränken unsere Gedanken und somit unsere sportliche Leistung schon im Vorfeld negativ ein. Das einzig schöne an diesen Gedanken ist, dass wir später sagen können: Siehst du, da habe ich mal wieder Recht gehabt. Ich habe doch gleich gesagt, dass ich gegen den immer verliere.

Mentale Sperren und das Selbstkonzept

Die verallgemeinerten Gedanken können Teil unseres Selbstkonzeptes werden. Ein Selbstkonzept ist das, was wir über uns selbst denken. Wie wir uns definieren. Wer bin ich? Was bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht. All diese und weitere Fragen ergeben zusammen unser Selbstkonzept. Unser Selbstkonzept geht natürlich weit über Tischtennis hinaus. Für uns sind jetzt aber nur die tischtennisbezogenen Themen relevant. Den kann ich schlagen, den nicht. Diese Halle liegt mir, die Frankfurter Halle bringt mir Unglück. Ich kann gut in der Bezirksliga spielen, für Kreisklasse bin ich zu schlecht. All das sind innere Blockaden, die uns einschränken können. Sehr tückisch ist, dass diese Selbstblockaden entweder sehr unterschwellig in uns schlummern, so dass wir die innere Sperre nicht einmal erkennen. Oder aber die Blockaden liegen so offensichtlich auf der Hand, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

So entstehen mentale Blockaden

Jeder menschliche Lernprozess besteht aus beobachten, ausprobieren, lernen, und festigen. Wie ein Kleinkind. Aufstehen, hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen, laufen. Umso erwachsener wir werden, desto schneller kann es jedoch passieren, dass sich negative Erlebnisse in unseren Köpfen festigen. Verlieren wir einmal zu oft gegen einen bestimmten Gegner, stecken wir “Gegen den verliere ich immer” in die Schublade. Die Blockaden können also aus negativen Erlebnissen entstehen, die wir dann vorschnell verallgemeinern. Oder aber jemand redet uns ein, dass wir dies und das bis zu einem bestimmten Grad können, zu mehr aber nicht in der Lage sind.

Mentale Blockaden beim Tischtennis beseitigen

Ein mentale Sperre, im Sinne von “Gegen diesen Gegner verliere ich immer”, hat eine Quelle, einen Ursprung. Also einen Nährboden, auf dem die mentale Sperre herangewachsen ist. Und sich dann letztlich gefestigt hat. Diese Quelle zu finden, kann niemand besser, als der Betroffene selbst. Kein anderer hat einen so tiefen Einblick in den eigenen Kopf, wie der Kopfträger selbst. Wenn die Quelle gefunden ist, sollte man sich fragen, ob der Gedanke oder der Umstand, der zu der mentalen Sperre geführt hat, noch immer realistisch ist, oder jemals realistisch war. Im Beispiel des Gegners, gegen den wir immer verlieren, könnte das bedeuten.

Quelle: Ich habe 4 Mal in Folge gegen diesen bestimmten Gegner verloren. Das ist wie verhext.

Falsche Schlussfolgerung: Gegen den verliere ich immer.

Hinterfragen: Ist das realistisch, dass ich deswegen in Zukunft immer gegen ihn verlieren werde?

Nein. Ich mache auch Punkte gegen ihn, bisher eben nur zu wenige. Er macht auch Fehler. Einmal war ich ganz knapp an einem Sieg. Ich kann ihn schlagen. Und das Hinterfragen nach der Gültigkeit der wahrscheinlich falschen Schlussfolgerung kann zu einem optimistischen “Ja warum denn nicht?” führen. Ja warum soll denn ausgerechnet ich nicht gegen den gewinnen können? Man sollte sich also ernsthaft fragen: Ja warum denn eigentlich nicht? Wir müssen uns also zunächst gedanklich von den inneren Blockaden lösen. Hierzu gehört 

  1. Mentale Blockaden ausfindig machen. Meist in Form von negativen Gedanken oder Verallgemeinerungen.
     
  2. Den Ursprung finden, um zu verstehen, wie es zu der mentalen Blockade kam.
     
  3. Realistische, alternative Gedanken formulieren. Hier hilft die Frage: Ja warum denn nicht? Warum denn eigentlich nicht.

Wichtig ist, dass die neuen Gedanken auch wirklich angenommen werden. Sich selbst zu belügen, bringt nichts. Sich selbst zu sagen, ich kann XY schlagen, aber nicht wirklich daran zu glauben, hat wenig bis gar keinen Effekt. Der nächste Schritt zur Festigung der positiveren Einstellung kann durch mentales Training und Visualisierungstechniken erreicht werden. Das ist dann Thema eines weiteren Berichtes.

Tipp: Frag dich einmal selbst, ob dir eine bestimmte Halle Unglück bringt. Oder andere Verallgemeinerungen in deinem Kopf schlummern, die möglicherweise dein Potenzial einschränken. Und wenn nicht, umso besser!

 

 

 

Unglaublich!

Hat jemand Interesse daran, in Guinness-Buch der Rekorde zu kommen? Dann guckt mal hier und fangt an zu üben.....

Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz im Tischtennis

Wenn es um Tischtennis und Psychologie geht, ist die emotionale Intelligenz ein wichtiges Thema. Emotionale Intelligenz ist ein Begriff, der nicht nur im Tischtennis immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es gibt inzwischen unzählige Bücher hierüber. An dieser Stelle wird das Thema lediglich angeschnitten, bzw. der wichtigste Aspekt der emotionalen Intelligenz erklärt.

 

Emotionale Intelligenz bedeutet:

  1. Eigene Gefühle erkennen und
     
  2. Auf diese Gefühle intelligent reagieren.

Das ist schon das ganze Geheimnis. Gefühle gibt es sehr viele. Beim Tischtennis kennen wir jedoch ganz besonders die Gefühle Ärger, Wut und Ratlosigkeit. Sowie im die positiveren Gefühle der Freude. Positive Gefühle bereiten in der Regel keine Probleme. Die als negativ erlebten Gefühle können hingegen negative Auswirkungen haben.

 

Schritt 1: Die eigenen negativen Gefühle erkennen

Wichtig: Um emotional intelligent handeln zu können, müssen wir im Moment des Auftretens der entsprechenden Gefühle erkennen, dass ein Gefühl aufkommt. Am besten also vor einem Wutausbruch! Eigene Gefühle zu erkennen, mag für den einen oder anderen neu sein. Wer Gefühle nicht erkennt, lebt diese eventuell ohne Rücksicht auf Konsequenzen aus. Und die Konsequenzen können sehr unterschiedlich ausfallen.

Das eigene Tischtennisspiel kann fehleranfälliger werden, weil man sich über irgendetwas ärgert, und dadurch abgelenkt ist. Bis hin zur Disqualifikation beim Turnier, weil vor Wut der Schläger an die Wand geklatscht wird. Wer negative Gefühle also bisher immer ausgelebt hat, wird zunächst lernen müssen, die aufkommenden Gefühle im Vorfeld zu erkennen.

Gefühle müssen erkannt werden, noch bevor sie zum Selbstläufer werden, und das rationale Denken ausgeschaltet wird. Um dies zu lernen, ist Selbstbeobachtung notwenig. Die Aufmerksamkeit wird auf sich selbst gelenkt. Anfangs fällt dies einigen Menschen recht schwer, bewusst zu erkennen: “Ich bin wütend!” oder “Ich ärger’ mich”. Es ist ein langer Prozess, der durchaus 1 Jahr in Anspruch nehmen kann.

In der Regel bahnen sich Wutausbrüche und Ärger langsam an. Es gibt unterschiedliche Anzeiger für aufkommende Gefühle. Das können physische Anzeiger oder auch bestimmte, wiederkehrende Gedanken sein, zum Beispiel: Erröten, Zittern, verstärktes Schwitzen, erhöhte Fehlerquote beim Aufschlag oder im Spiel, sowie Gedanken: 

  • “Ich schaff’ das nicht.”
  • “Der Idiot mit seinen scheiß langen Noppen.”
  • “Der hat nur Glück, spielen kann er nicht.”
  • “Jetzt hat er schon 4 Punkte durch Kantenbälle und Netzroller gemacht.”
  • “In dem sein blödes Gesicht würd’ ich am liebsten mal meinen Schläger reinschlagen”
  •  "F.... und Ver......" Überrascht  Winken

Ich möchte mich gleich an dieser Stelle für ein oder zwei der oben genannten Beispiele entschuldigen. Aber es bringt nichts, um die ganz heiklen Themen herumzustolpern. Es gibt beim Tischtennis Gefühlsausbrüche und Gedanken, die wirklich heftig ausfallen. Hut ab vor dem, der bisher nicht einmal wenigstens einen der oben genannten Gedanken erlebt hat.

Beim Tischtennis sterben mehr Leute an der Platte aufgrund von Aufregung und Wut, als wegen sportlicher oder körperlicher Belastung. Umso wichtiger ist es, Kontrolle in die eigene Gefühlswelt zu bringen. Sofern in diesem Bereich Probleme erkannt werden. Entweder selbst erkannt, oder wenn vom Trainer darauf hingewiesen wurde.

Die Anzeiger, die das Auftreten von negativen Gefühlen signalisieren, sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es liegt bei jedem selbst, die für ihn persönlichen physischen oder gedanklichen Anzeichen zu erkennen. Damit ist der wichtigste Schritt im Bereich der emotionalen Intelligenz auch schon erreicht.

Tipp: Lerne, dich selbst zu beobachten. Lerne, sich anbahnende Gefühle wie Ärger, Wut oder Mutlosigkeit schon im Vorfeld zu erkennen. 

 

Schritt 2: Negative Gefühle unter Kontrolle bringen

Intelligent handeln heißt, zielorientiert handeln. Ein Wutausbruch kann nicht Ziel sein, soviel steht fest. In der Regel wird das Ziel sein, ein Match zu gewinnen. Es liegt auf der Hand, dass jeglicher Ärger während des Spiels kontraproduktiv ist. Ärger und Wut lenken ab, vermindern die eigene Konzentration, und erhöhen die Fehlerquote.

Es ist wichtig, sein Ziel zu kennen, es zu manifestieren, und nicht einfach nur “dahinzuspielen” und mal sehen was kommt. Obwohl: Wer den Gedanken “Einfach mal schauen was kommt” auslebt, und nicht aufgrund negativer Gefühle zu Einbrüchen in seiner Spielqualität neigt, der trägt eine durchaus gesunde Einstellung in sich. Da macht die Psyche also keine Probleme. Für alle anderen gilt, sich zu fragen:

Nutzt es mir und meinem Ziel, wenn ich:

  • mich über Störbälle ärgere?  
  • mich über laute Zuschauer ärgere und mich dadurch noch mehr auf die Geräuschkulisse konzentriere?   *gelle....? 
  • mich über einen unfairen Spieler ärgere, der versucht, mich zu schikanieren? 
  • mich über einen Spieler ärgere, der die Wurfhöhe meiner Aufschläge bemängelt?
  • die destruktive Spielweise eines Gegners verachte?
  • wenn ich mit dem Schiedsrichter einen Streit vom Zaun breche, wegen einer Fehlentscheidung?
  • und so weiter…die Liste mag beliebig lang fortgesetzt werden können  

Nein, nein, nein. Es nutzt alles nichts. Die zu verfolgenden Ziele könnten also lauten:

  1.  Match gewinnen
  2. Mich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen
  3. Konzentration aufrecht halten, oder Konzentration zurückgewinnen nach negativen Gefühlsanwandlungen

Es ist also wichtig, selbst zu wissen, was kontraproduktiv ist. Wenn das erkannt ist, tritt eine Selbsterkenntnis ein: “Ich ärger mich, aber ich mache jetzt das vernünftigste aus der Situation. Ich habe Einfluss auf die Situation”. Wer das erkennt, kann mit kleinen Wundern rechnen, es ist ein “Aha-Erlebnis”. Und später kann man sich selbst stolz auf die Schulter klopfen, und dabei sagen: “Das hast du gut gemacht”. Egal, ob das Match gewonnen oder verloren wurde. Selbstbeherrschung ist ein riesiger Schritt, in die richtige Richtung. Wem das noch nicht reicht, um Ärger erst gar nicht aufkommen zu lassen, kann folgenden Satz einmal ganz genau durchdenken:

Tipp: “Wenn ich mich über jemanden ärgere, gebe ich ihm die Macht, über meine Gefühle und mein Befinden zu bestimmen.”

Das ist schon fast bedauernswert. Ausgerechnet derjenige, der einen zur Weißglut bringt, bestimmt darüber, wie ich mich fühle? Jemand, den ich nicht leiden kann, hat Einfluss auf meine Laune. Mir geht es schlecht, weil jemand, den ich nicht mag, vielleicht sogar will, dass es mir schlecht geht?

IN  DIESEM SINNE.....    ...auf eine entspannte und "intelligente" Rückrunde!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag

16.00-18.00 Uhr
Training Nachwuchs

Dienstag

19.30-22.00 Uhr
Training Erwachsene

Mittwoch

15.45-17.00 Uhr
Training Nachwuchs

Freitag

16.00-18.00 Uhr
Training Nachswuchs

18.00-22.00 Uhr
Training Erwachsene

Samstag

11.00-13.00 Uhr
Training Nachwuchs

13.00-17.00 Uhr
Heimspiele Nachwuchs

18.00-22-00 Uhr
Heimspiele Erwachsene

Sonntag

Sonntag, 10.00-19.00 Uhr
Heimspiele Erwachsene und
Leistungstraining Nachwuchs