Mentale Stärke

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Tischtennis - Mentale Stärke

Überschrift: Ja warum denn nicht?

Ja warum denn nicht, ist wohl die Überschrift mit der größtmöglichen Leere an Information. Dennoch wurde die Überschrift bewusst gewählt, weil genau diese Frage - Ja warum denn nicht - der Schlüssel zum Durchbruch sein kann. Der Durchbruch durch Barrieren.

Genauer: Der Durchbruch von Barrieren in Form mentaler Sperren. Mentale Sperren sind Denkweisen, die unsere wahre Leistungsfähigkeit einschränken können. Zunächst einige Beispiele für mentale und emotionale Sperren.

Mentale Sperren beim Tischtennis

Mentale Sperren sind begrenzende Gedanken, die uns daran hindern, unsere tatsächlichen Fähigkeiten voll auszuspielen. Beim Tischtennis, und auch in allen möglichen Lebenslagen. 

  1. Dieser eine Gegner, gegen die wir in der Vergangenheit immer wieder verloren haben. Es kann sich in unserem Kopf festigen: “Gegen den verliere ich immer”.
     
  2. Auswärts in einer fremden Halle: “Die Halle liegt mir nicht, das Licht liegt mir nicht, der Bodenbelag ist rutschig” usw. können zu der Gesamtaussage führen: “Die Auswärts-Halle liegt mir nicht, da verliere ich immer, die Halle bringt mir Unglück”
     
  3. Gegen Noppenspieler oder Antis bin ich völlig verunsichert. Da verliere ich fast immer.
     
  4. Dem seine merkwürdige Spielweise liegt mir nicht, da verliere ich immer.
     
  5. Gegen den verliere ich immer, wenn’s drauf ankommt.
     
  6. Bei 10:10 verliere ich immer die Nerven, ich werde nervös, und der Gegner gewinnt.
     
  7. Der spielt eine Klasse höher, gegen den habe ich keine Chance.
     
  8. Der spielt schon 5 Jahre Tischtennis, ich erst 1 Jahr. Da habe ich keine Chance.

Das sind nur einige Beispiele für mentale Sperren oder Quellen mentaler Sperren. Alle haben eines gemeinsam. Sie schränken unsere Gedanken und somit unsere sportliche Leistung schon im Vorfeld negativ ein. Das einzig schöne an diesen Gedanken ist, dass wir später sagen können: Siehst du, da habe ich mal wieder Recht gehabt. Ich habe doch gleich gesagt, dass ich gegen den immer verliere.

Mentale Sperren und das Selbstkonzept

Die verallgemeinerten Gedanken können Teil unseres Selbstkonzeptes werden. Ein Selbstkonzept ist das, was wir über uns selbst denken. Wie wir uns definieren. Wer bin ich? Was bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht. All diese und weitere Fragen ergeben zusammen unser Selbstkonzept. Unser Selbstkonzept geht natürlich weit über Tischtennis hinaus. Für uns sind jetzt aber nur die tischtennisbezogenen Themen relevant. Den kann ich schlagen, den nicht. Diese Halle liegt mir, die Frankfurter Halle bringt mir Unglück. Ich kann gut in der Bezirksliga spielen, für Kreisklasse bin ich zu schlecht. All das sind innere Blockaden, die uns einschränken können. Sehr tückisch ist, dass diese Selbstblockaden entweder sehr unterschwellig in uns schlummern, so dass wir die innere Sperre nicht einmal erkennen. Oder aber die Blockaden liegen so offensichtlich auf der Hand, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

So entstehen mentale Blockaden

Jeder menschliche Lernprozess besteht aus beobachten, ausprobieren, lernen, und festigen. Wie ein Kleinkind. Aufstehen, hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen, laufen. Umso erwachsener wir werden, desto schneller kann es jedoch passieren, dass sich negative Erlebnisse in unseren Köpfen festigen. Verlieren wir einmal zu oft gegen einen bestimmten Gegner, stecken wir “Gegen den verliere ich immer” in die Schublade. Die Blockaden können also aus negativen Erlebnissen entstehen, die wir dann vorschnell verallgemeinern. Oder aber jemand redet uns ein, dass wir dies und das bis zu einem bestimmten Grad können, zu mehr aber nicht in der Lage sind.

Mentale Blockaden beim Tischtennis beseitigen

Ein mentale Sperre, im Sinne von “Gegen diesen Gegner verliere ich immer”, hat eine Quelle, einen Ursprung. Also einen Nährboden, auf dem die mentale Sperre herangewachsen ist. Und sich dann letztlich gefestigt hat. Diese Quelle zu finden, kann niemand besser, als der Betroffene selbst. Kein anderer hat einen so tiefen Einblick in den eigenen Kopf, wie der Kopfträger selbst. Wenn die Quelle gefunden ist, sollte man sich fragen, ob der Gedanke oder der Umstand, der zu der mentalen Sperre geführt hat, noch immer realistisch ist, oder jemals realistisch war. Im Beispiel des Gegners, gegen den wir immer verlieren, könnte das bedeuten.

Quelle: Ich habe 4 Mal in Folge gegen diesen bestimmten Gegner verloren. Das ist wie verhext.

Falsche Schlussfolgerung: Gegen den verliere ich immer.

Hinterfragen: Ist das realistisch, dass ich deswegen in Zukunft immer gegen ihn verlieren werde?

Nein. Ich mache auch Punkte gegen ihn, bisher eben nur zu wenige. Er macht auch Fehler. Einmal war ich ganz knapp an einem Sieg. Ich kann ihn schlagen. Und das Hinterfragen nach der Gültigkeit der wahrscheinlich falschen Schlussfolgerung kann zu einem optimistischen “Ja warum denn nicht?” führen. Ja warum soll denn ausgerechnet ich nicht gegen den gewinnen können? Man sollte sich also ernsthaft fragen: Ja warum denn eigentlich nicht? Wir müssen uns also zunächst gedanklich von den inneren Blockaden lösen. Hierzu gehört 

  1. Mentale Blockaden ausfindig machen. Meist in Form von negativen Gedanken oder Verallgemeinerungen.
     
  2. Den Ursprung finden, um zu verstehen, wie es zu der mentalen Blockade kam.
     
  3. Realistische, alternative Gedanken formulieren. Hier hilft die Frage: Ja warum denn nicht? Warum denn eigentlich nicht.

Wichtig ist, dass die neuen Gedanken auch wirklich angenommen werden. Sich selbst zu belügen, bringt nichts. Sich selbst zu sagen, ich kann XY schlagen, aber nicht wirklich daran zu glauben, hat wenig bis gar keinen Effekt. Der nächste Schritt zur Festigung der positiveren Einstellung kann durch mentales Training und Visualisierungstechniken erreicht werden. Das ist dann Thema eines weiteren Berichtes.

Tipp: Frag dich einmal selbst, ob dir eine bestimmte Halle Unglück bringt. Oder andere Verallgemeinerungen in deinem Kopf schlummern, die möglicherweise dein Potenzial einschränken. Und wenn nicht, umso besser!

 

 

 

 

Hallenzeiten

Dienstag 19.30-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)               Samstag 11.00-13.00 Uhr Nachwuchstraining 
Mittwoch 16.00-17.00 Uhr  Leistungsgruppe Nachwuchs   Samstag 13.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 16.00-17.30 Uhr Bambinis und Nachwuchs   Sonntag 10.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 18.00-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)