Juni 2014: Antwort an den HTTV

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Sehr geehrter Herr Reiter,

zunächst einmal recht herzlichen und aufrichtigen Dank für Ihre Antwort! Sie sind der Erste des HTTV, der überhaupt auf eine Anfrage oder Email von uns regiert.

 

Vorab möchte ich klar stellen, dass ich Sie zu keiner Zeit in öffentlichen Foren „angegriffen“ habe! Es sei denn, Sie bezeichnen Kritik und offene Fragestellung als „Angriff“. Dann gebe ich Ihnen Recht. Wobei das „öffentliche“ gar nicht nötig gewesen wäre, wenn der HTTV in den jetzt knapp fünf Jahren, statt uns zu ignorieren, nur ein einziges Mal auf eine unserer Anfragen reagiert und geantwortet hätte. Herr Englisch hat mich beispielsweise bei unserem letzten Kreistag bewusst ignoriert, anstatt ganz einfach in einer Pause das Gespräch zu suchen, nachdem er mich vorher für meine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im HTTV ehren durfte.

Meine Gratulation zu ihrem Preis war ebenfalls aufrichtig und ich hatte mir vom Preisträger des Gleichstellungspreises tatsächlich Verständnis und Hilfe erhofft.

Es geht hier nicht um meine Person, denn unsere beiden ersten Mannschaften spielen nächstes Jahr in der Bezirksliga, eine Bezirksklassenmannschaft haben wir dann nicht. Es geht auch nicht darum, irgendwelche „ Extrawürste“ gebraten zu bekommen. Es geht schlicht und einfach darum, dass man den wenigen Damen in Herrenmannschaften, die auf Grund ihrer Spielstärke auch in einer Herren-Bezirksklasse spielen können, aber aus persönlichen Gründen (z. B. Familie, Beruf, keine adäquate Damenmannschaft in zumutbarer Nähe, mit den Kindern im selben Verein spielen wollen), dies auch zu ermöglichen. Das hat sehr wohl etwas mit Gleichstellung und „Gender Mainstreaming“ zu tun. Wenn eine Mannschaft wie der TuS Breithardt III in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge auf den Aufstieg in die Bezirksklasse verzichtet, weil man dort ohne die Stammspielerin Melanie Hanold keine Chance sieht, kann mit dem System etwas nicht stimmen.

Was uns immer mehr wundert ist, dass der HTTV und auch Sie jetzt in Ihrem Schreiben erneut mit Gegenargumenten aufwarten, die die anderen Verbände des DTTB, in denen Frauen höher spielen dürfen, scheinbar problemlos in den Griff bekommen haben. Dort spielen einige wenige Damen bei den Herren mit und es gibt weiterhin den Damensport! Nichts anderes wünschen wir uns. Es wäre ein Leichtes für den HTTV, mit diesen Verbänden Kontakt aufzunehmen und nachzufragen, wie diese das gelöst haben. Leider zeigt der HTTV trotz mehrmaligem Bitten unsererseits kein Interesse daran.

Mehr als erstaunt sind wir alle über die Tatsache, dass sie offenbar tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Rückgang der Damenmannschaften in den letzten Jahren und der Möglichkeit auf Kreisebene in Herrenmannschaften zu spielen, herstellen. Tatsache ist doch, dass die dort spielenden Frauen eher überhaupt nicht mehr aktiv wären, wenn es diese Möglichkeit nicht geben würde. In den meisten Vereinen, die diese Möglichkeit nutzen, sind es oft nur eine oder zwei Damen, die dort spielen.

Sie gehen in Ihrer Antwort leider nur auf das Pilotprojekt ein. Lassen wir es mal dahin gestellt sein, ob Sie damit Recht haben oder nicht. Dieses Pilotprojekt ist für uns auch nur eine Notlösung und einer von vielen Vorschlägen die wir gemacht haben, um das Problem zur beiderseitigen Zufriedenheit zu lösen. Aber alle unsere Ideen wurden rigoros abgelehnt, selbst wenn mit diesen durchdachten Vorschlägen sichergestellt wurde, dass keine Dame eine Damenmannschaft verlassen kann, um bei den Herren mitzuspielen. Gerade diese Ablehnungen lassen vermuten, dass der HTTV nicht wirklich an einer Lösung interessiert sondern einfach nur „dagegen“ ist. Jedenfalls ist das Problem nicht durch stures Aussitzen zu lösen.

Mittlerweile sind auch andere Kreise mehr als unzufrieden und wollen die Diskriminierung ihrer Spielerinnen nicht mehr hinnehmen. Es kann ja nicht sein, dass gerade einmal zehn Frauen den hessischen Tischtennis-Damensport kaputt machen sollen.

Die noch größere Diskriminierung, nämlich Damen aus Damenmannschaften bei den Herren Ersatz spielen zu lassen, Damen aus Herrenmannschaften aber nicht, ist für Betroffene und Außenstehende erst recht nicht nachvollziehbar und erntet überall nur verständnisloses Kopfschütteln. Dass durch die DES-Regelung immense Wettbewerbsverzerrung im Herrenbereich entstehen kann, wird jedoch vom HTTV einfach so hingenommen. So dürfen z. B. Damen aus Damenmannschaften mit einem TTR- Wert von 1800 Punkten oder mehr als DES in einer Bezirksklassenmannschaft eingesetzt werden. Dies kann über Auf- und Abstieg entscheiden! Vor allem auch zum Nachteil anderer Mannschaften. Ist man sich dieser Konsequenz überhaupt bewusst? 

Sie schreiben: „Wir suchen immer engagierte kreative freie Geister, ganz besonders Frauen, die in unsere Gremien frischen Wind und neue Ideen einbringen. In der Gremienarbeit werden dann mehrheitsfähige Anträge vorbereitet, diskutiert und formuliert, die aktuellen Erfordernissen und Anpassungen unserer Ordnungen Rechnung tragen. Wir, die Mitglieder der Frauensport AG, würden uns jedenfalls auf Ihre Mitarbeit sehr freuen.

Sie haben Recht mit Ihrer Aussage, dass frischer Wind und neue Ideen beim HTTV von Nöten wären, aber dafür bin ich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem HTTV nicht mehr bereit und nicht mehr in der Lage. Ich stecke mein Engagement und meine Kreativität lieber in meine Tätigkeit als Jugendleiterin in meinem Verein an der Basis, denn dort kann ich mehr für die Mädchen tun.

Ich erlaube mir, für meine Antwort auf Ihre Email den von Ihnen genutzten Verteiler zu kopieren.

Mit freundlichem Grüßen

Anja Hoffmann
für alle Mitstreiter und Mitstreiterinnen

 

 

 

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