März 2014: Erneute Ablehnung 2014

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Auf der Beiratssitzung am 08.03.2014 wurde der Antrag des RTK zur Doppelspielberechtigung für Damen sowohl in Damen- als auch in Herrenmannschaften mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Antrag auf Ersatzgestellung für Damen in Herrenmannschaften parallel zur Regelung DES Damenersatz (also praktisch Gleichstellung von Damen in Damenmannschaften und Damen in Herrenmannschaften!!!) über die Kreisebene hinaus mit großer Mehrheit abgelehnt!!!

Gemeinsamer Antrag des RTK und Darmstadt-Dieburg auf Ausweitung des Spielrechtes von Damen in Herrenmannschaften auf die Bezirksebene: Abgelehnt!

Februar 2014: Flaute beim weiblichen Nachwuchs in Deutschland?

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Die unendliche Geschichte im Tischtennis oder

Wie macht sich ein Sport selbst kaputt

Reaktion auf den Artikel „Flaute beim weiblichen Nachwuchs in Deutschland?“, TTL-Lehre, Ausgabe 1.14

Marita Bugenhagen, Breitensportbeauftragte des DTTB und Markus Reiter, Trainer der Damen-Bundesligamannschaft Watzenborn-Steinberg, werden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift TTL-Lehre 1.14 zitiert „Der Hauptgrund, warum immer weniger Mädchen- und Schülerinnenmannschaften in der Statistik auftauchen, sind die gemischten Mannschaften“ und „Die Vereine melden lieber gemischte Mannschaften. Vom Aspekt der Ersatzstellung ist das für die Vereine leichter.“

November 2013: Damen in Herrenmannschaften

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Damen in Herrenmannschaften im Tischtennis

Zugegeben - für die meisten Tischtennisspieler und Spielerinnen ist dies kein Thema von Bedeutung aber für die wenigen, die es betrifft können die Verbandsregelungen mehr als nur ein Ärgernis sein, sondern ein Grund, den Tischtennissport nicht mehr ausüben zu können.

Anja Hoffmann hat mit ihrem offenen Brief an den HTTV (Hessischer Tischtennis Verband) ihren Unmut über die heutigen Regelungen kundgetan und versucht Verständnis für ihre Situation zu bekommen.

Wie ist die aktuelle Lage im Damentischtennis?

Der Spielbetrieb ist – so wie wir es kennen – in einen Herren und in einen Damenstaffelbereich geteilt. Es gibt von oben der 1. Bundesliga bis herunter in die Kreisklassen getrennte Staffeln jeweils für Damen und Herren. So weit so gut.

Allerdings gibt es deutlich weniger Damen, die Tischtennis spielen als Herren, es gibt weniger Vereine, die eine Damenmannschaft stellen können, die Dichte ist deutlich geringer.

Das war schon immer so. Allerdings sind die Damen von den Auswirkungen des demografischen Wandels wesentlich stärker betroffen, weil sie schon immer weniger waren. Es gibt immer den Punkt an dem „eine Spielerin weniger“ das komplette aus bedeutet.

So können heute schon manche Kreise keine Damenstaffel (Kreisklasse bzw. Kreisliga) mehr stellen. Und es ist zu befürchten, dass sich diese Entwicklung verschärfen wird.

Damit ist deutlich, dass es in manchen Regionen für eine Frau, die gerne Tischtennis in einer Mannschaft spielen möchte, sehr schwierig ist in ihrer Nähe einen Verein mit einer Damenmannschaft zu finden.

Wie reagieren die Verbände?

Die meisten Kreise haben seit einiger Zeit auf Kreisebene die Möglichkeit geschaffen, Damen in gemischte Mannschaften im Herrenbereich zuzulassen.

Aber auch die Landesverbände waren nicht untätig und haben zur Verbesserung der Situation Lösungen anzubieten.

Das hört sich erst einmal ganz gut an. Man tut etwas und will etwas – nein man muss etwas verbessern. Das hat man erkannt. Allerdings wird es jetzt kompliziert. Warum?

Weil auch Tischtennis Deutschland ein föderaler Staat ist.

Die einzelnen Landes- und Bezirksverbände leben den Föderalismus in komplett unterschiedlichen Reglementierung aus. Und jeder hat eigene Ideen. Daher ist es stark davon abhängig, wo Frau in Deutschland lebt, ob sie in Herrenmannschaften spielen darf, oder halt nicht. Dies führt für die einzelne Spielerin z.T. zu Ungerechtigkeiten. Für uns bietet es aber die Möglichkeit, das Experimentierfeld der unterschiedlichen Verbandsentscheidungen genauer zu betrachten.

Ich habe mir drei Verbandsregelungen genauer angeschaut.

Im HTTV (Hessen) wird die Einsatzmöglichkeit von Damen in Herrenmannschaften auf den Kreisbereich beschränkt. Allerdings dürfen Damen, die in einer Damenmannschaft spielen, bis zur Bezirksoberliga Herren Ersatz spielen. Werden damit die Damen belohnt, die in ihren Damenteams spielen? Mir erschließen sich dabei einige Dinge nicht:

Was will man damit erreichen/fördern?

Die Regelung geht komplett an der Unterstützung der einzelnen Dame vorbei, die gerade nicht die Möglichkeit hat in ihrer Nähe in einer adäquate Damenmannschaft zu spielen.

Warum regelt man es bis zur Bezirksoberliga? Was passiert, wenn man es für den gesamten Entscheidungsbereich des HTTV freigibt? Da die Vergleichswerte über den TTR möglich sind, kann man sehr einfach feststellen, dass die Damen, die BOL oder Hessenliga spielen könnten, Einzelfälle sind. Da geht es wohl nur um den Verbänden innewohnende Reglementierungsreflex.

Den Damen wird dabei nicht geholfen. Lediglich einigen Herrenteams, die nun den Luxus haben ihre „höher spielenden“ Frauen als Ersatz nutzen zu können.

Die Regelung des TTVN (Niedersachsen) ist da etwas anders: Damen dürfen in Niedersachsen bis zur 1. Bezirksklasse in Herrenmannschaften als Stammspielerinnen eingesetzt werden. Es gibt einen Zusatz: Es dürfen insgesamt nur 4 Damen in einem Verein in Herrenmannschaften spielen. Diese Damen, die in Herrenmannschaften spielen, dürfen aber als Sonderersatzspielerinnen bis zu 6 mal (nach QTTR eingereiht) in den Damenmannschaften (falls es sie gibt) des Vereins Ersatz spielen. Eine umgekehrte Ersatzstellung wie in Hessen gibt es in Niedersachsen nicht.

Unsinnig ist m.M. nach auch in Niedersachsen die Begrenzung der Spielklasse. So darf die Dame, die Herren BK spielt, nicht in der höheren Herren-Mannschaft Ersatz spielen. Falls das Team aufsteigt, darf die Dame nicht weiter in der Mannschaft spielen.

Man sieht zwar, dass sich die Verbände der Problematik annehmen. Aber die Lösungen des HTTV im besonderen aber auch des TTVN zeigen m.M. nach diesen unnötigen Reglementierungsdrang der Verbände. Was wollt ihr dabei gestalten, frage ich mich? Was war es für ein Kompromiss beim TTVN als „bis Bezirksklasse“ entschieden wurde? Warum muss alles genau geregelt werden? Was wäre denn passiert, wenn die Klasse nicht eingegrenzt wäre? Würde dann eine Frau aus der Damenregionalliga mal den Versuch wagen, in der Herren Landesliga zu spielen?

"Daher müsst ihr die oberen Damenligen schützen, weil sie ohne Euren Schutz auseinanderbrechen."

Ist das der Grund, warum ein Teil der Verantwortlichen sich gegen die Aufweichung der heutigen Regeln stemmt?

Mir ist während der Recherche auch die andere Seite der Medaille erläutert worden: „Der Erfolg des Damentischtennis hänge im starken Maß mit der Trennung zusammen. Die Vereine sollen bewegt werden, sich mehr für ihre Damen einzusetzen und für den Damentischtennissport zu kämpfen.

Die Lösung, die die Aufweichung der Regeln schafft, führe dazu, daß noch weniger um die Zukunft im Damentischtennis gekämpft werde.“ So die Argumentation. Vielleicht ist es aber genau umgekehrt. Durch die neuen Möglichkeiten sehen viel mehr Frauen eine Chance weiter zu spielen.

Genau wissen werden wir dies nie. Wir müssen uns für einen Weg entscheiden. Ob dieser dann einen bestimmten Einfluss auf die Entwicklung, oder ob es ganz andere Dinge sind, bleibt Spekulation.

Aber man kann jetzt schon feststellen:

Die Zahlen der Damenmannschaften gehen deutlich stärker zurück als bei den Herren.

Das darf man auf keinen Fall verschweigen, wenn man nach einer Lösung sucht. Das Damentischtennis ist heute schon in einer bedrohlichen Krise angekommen.

Wir haben

  • a) in (fast) allen Sportarten rückläufige Zahlen
  • b) der Tischtennissport nimmt stärker ab, als viele andere Sportarten
  • und c) wir haben noch einen dramatischeren Rückgang im Damentischtennis.

Es gibt zwei Dinge mit denen wir uns auseinandersetzen müssen:

1. Wie können wir die Attraktivität unseres Sports im Allgemeinen und für Mädchen und Damen im Besonderen verbessern.

2. Wie können wir für die Damen eine Lösung bieten, die ihnen heute die Möglichkeit bietet, Tischtennis zu spielen.


Der Punkt 1 ist anscheinend sehr schwierig. Wenn es eine einfache Lösung gäbe, würde man daran arbeiten. Von der Hoffnung, daß alles wieder so wird, wie es mal war, sollten wir uns bald verabschieden. So wie es war, bzw. so wie es jetzt ist scheint keine Zukunftsperspektive zumindest für den Damentischtennissport zu sein.

Es gibt im Mädchen Nachwuchsbereich sehr vielversprechende Ansätze mit reinen Mädchentrainingsgruppen. Das halte ich aus meiner Erfahrung auch für sinnvoll, da sich manche Mädchen vor und während der Pubertät in gemischten Trainingsgruppen gehemmt zeigen. Aus diesem Eindruck dürfen wir aber ganz sicher keine Pflicht für alle ableiten und wir sollten erst recht nicht erwachsene Frauen wie kleine Mädchen behandeln.

Leider erfahren wir fast nie etwas von denen die lediglich spielen wollen und von denen, die bereits aufgehört haben. In Foren und Fachgruppen sind ausschließlich die Spieler, in deren Leben Tischtennis eine größere Wichtigkeit hat.

Wenn irgendwelche Damenstaffeln zusätzliche Probleme bekommen sollten, weil einige Damen in den Herrenbereich abwandern (was ich übrigens nicht glaube), dann ist das so, weil sie es wollen. Wenn wir unsere Gesellschaftswerte ernst nehmen, müssen wir solche Entwicklungen aushalten. Wir können für etwas werben, aber sollten uns hüten, alles zu regeln. Diese heutigen Reglementierungen gehören in die historische Mottenkiste, aber nicht mehr in unsere Statuten.

Der TTVR Tischtennisverband Rheinland ist einen anderen kompromissloseren Weg gegangen: Der TTVR hat für seinen Bereich für Damen eine doppelte Spielberechtigung erteilt. D.h. Damen dürfen so weit es der TTVR bestimmen darf - also bis inkl. Verbandsliga – sowohl in ihrer Damenmannschaft und/oder in einer Herrenmannschaft spielen. Ganz einfach, nichts kompliziertes und jeder darf selber entscheiden.

Ich finde diese Regelung vorbildhaft und hoffe, dass viele Landesverbände die Einsicht haben, diesem Beispiel zu folgen.

Als Fußnote: Diese Praxis gibt es übrigens schon seit einigen Jahrzehnten in Holland. Dort darf übrigens jeder Spieler in zwei Mannschaften spielen (also auch Herren/ nur nicht in der selben Staffel). In Holland wird es besonders von Damen und Jugendlichen genutzt.

Warum tun sich die Verbände so schwer eine sinnvolle Lösung zu schaffen? Lasst uns Frauen als vollwertige Menschen betrachten, die sehr wohl selber wissen, wo sie und mit wem sie ihrem Hobby Tischtennis nachgehen wollen. Alles andere ist Bevormundung!

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Dienstag 19.30-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)               Samstag 11.00-13.00 Uhr Nachwuchstraining 
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