Januar 2011: HTTV Beirat stimmt wieder über Damen in Herrenmannschaften ab

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Am 19. März 2011 tagt wieder der HTTV Beirat, der an diesem Abend darüber abstimmen wird, ob zukünftig Damen im HTTV bis zur Bezirksebene bei den Herren mitspielen dürfen.

Hier noch einmal die von betroffenen Damen zusammen getragenen Argumente. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich die Enscheidungsträger vor ihrer Stimmabgabe eingehend damit befassen würden!!!

Alle ausführlichen Beiträge hierzu finden Sie unter dem Menüpunkt "Damen in Herrenmannschaften".

Argumente FÜR Damen in Herrenmannschaften  

  • Lt. DTTB dürfen Frauen unterhalb der sechsthöchsten Spielklasse (in der Regel Bezirksliga oder Bezirksklasse) in einer Herrenmannschaft spielen, wenn die Verbände eine entsprechende Regelung beschlossen haben. Andere Verbände haben sich dieser Empfehlung des DTTB längst angeschlossen! Zitat des Präsidenten des TTVSH: „ Wenn eine Frau die Spielstärke für die Bezirksebene der Herren hat und es in der Region keine adäquate Frauenmannschaft gibt – warum nicht?

  • Mädchen in einer Nachwuchsmannschaft sind den männlichen Spielern gleichgestellt und dürfen auf Kreis- und Bezirksebene (!) Ersatz in höheren Mannschaften spielen! Warum tut sich der HTTV so schwer damit, diese Regelung auch für den Erwachsenenbereich einzuführen??? Wo ist der Unterschied?

     

  • Wenn Mädchen vom Alter her bei den Damen spielen müssen, gibt es gerade im ländlichen Bereich nicht genug Mitstreiterinnen. Selbst wenn eine Mannschaft zustande käme, gibt es im Kreis keine Gegnerinnen. Die Mädchen kennen es von klein auf nicht anders, als bei den Jungs mitzuspielen. Warum sollten sie dann plötzlich Probleme damit haben, bei den Herren mitzuspielen?

 

  • Für Frauen, die nach einer Babypause wieder einsteigen wollen, ist es nicht machbar, neben Beruf, Kindern und Haushalt ein- bis zweimal in der Woche weite Strecken  zum Training zu fahren und dann noch zu Auswärtsspielen ca. 60 bis 70 km zu fahren! Bei einer "Betroffenen" waren es sogar 70 km zum nächsten Verein mit einer Damenmannschaft! Zu den Spielen dann noch mehr! Einzige Möglichkeit, um weiterhin dem Sport treu zu bleiben: In einer Herrenmannschaft spielen - oder leider gar nicht mehr! Folge: Frauenquote im DTTB sinkt weiterhin, was ja eigentlich gestoppt werden soll. 
  • Es ist frustrierend für die Frauen, wenn Ersatz in höheren Mannschaften benötigt wird und spielerisch schlechtere Spieler aushelfen dürfen/müssen, nur weil sie das „richtige“ Geschlecht haben! Bei einem eventuellen Aufstieg der Mannschaft in die Bezirksklasse darf die Dame nicht mit aufsteigen!

Dezember 2010: Weiterer Eintrag in unserem Gästebuch

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Eintrag in unserem Gästebuch vom 11.12.2010
... von Fiona, TTC Dietlingen. Recht herzlichen Dank! Lächeln 
  schrieb am 11.12.2010 um 14:06 Uhr:
 

ZITAT: "Wenn die Mädchen in einer Nachwuchsmannschaft mit männlichen Spielern gleichgestellt sind und auf Kreis- und Bezirksebene Ersatz in höheren Mannschaften spielen dürfen, (Zitat Andrea Heckwolf), warum tut sich der HTTV so schwer damit, diese Regelung auch für den Erwachsenenbereich einzuführen???"

Also ich muss hier auch mal meinen Senf dazu geben weil du auf alle Fälle recht hast und glaub mir nicht nur der HTTV hat damit Probleme sondern auch der BATTV und wahrscheinlich auch noch zahlreiche andere Verbände. Ich kann diese komischen Regelungen, dass nur eine Frau in jeder Herrenmanschaft spielen kann und das auch nur (bei uns) bis Bezirksklasse nicht verstehen! Wenn es doch Frauen gibt, die in den höheren Klassen spielen könnten, wieso dürfen diese nicht auch eingesetzt werden? Diese ganzen dummen Regelungen führen einfach nur noch dazu, dass immer weniger Frauen Lust auf Tischtennis haben weil es geeignete Damenmannschaften vielleicht auch nich gerade an jeder Straßenecke gibt.
Ich finde es klasse, dass sich endlich mal jemand diesem Thema widmet und die Regelungen in Frage stellt.

Liebe Grüße Fiona (TTC Dietlingen)

Oktober 2010: Keine Reaktion von den Verbänden

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Ich beziehe mich auf die Stellungnahme der Ressortleiterin Andrea Heckwolf zum Leserbrief von Holger Thösen im Plopp 17/10.

Ich verstehe die Welt nicht mehr!

Seit Jahren beschäftige ich mit diesem Thema und seit Monaten sende ich Stellungnahmen an den DTTB und den HTTV, habe Andrea Heckwolf die Sache aus meiner Sicht geschildert, damit meine Erfahrungen und Sichtweise in den Workshop mit einfließen können und was bekomme ich an Reaktionen? Nichts! Keine einzige!!!!

Ich fühle mich von den beiden Verbänden ignoriert und im Stich gelassen! Niemand nimmt Stellung, niemand sucht das Gespräch. Es wird eine Hinhaltetaktik ausgeübt und ich habe das Gefühl, das geht so lange weiter, bis ich frustriert das Handtuch werfe!  

Für mich geht es um zwei Themen: Einmal um „Mädchen und Tischtennis“, woran mir viel liegt, da meine Tochter auch TT spielt. Da fahren wir z.B. zu Kreismeisterschaften und schlagen uns einen ganzen Sonntag um die Ohren, wo sie im Höchstfall (!) auf 3 Gegnerinnen trifft, wovon zwei Anfängerinnen sind. Da sieht man doch schon, wie groß der Nachwuchs bei den TT-Mädels ist. Durch die speziellen Mädchen-Lehrgänge, neuen Konzepte und Workshops, mit denen sich gebrüstet wird, werden aber keine neuen Mädchen für den Sport gewonnen, sondern es werden die angesprochen, die sowieso schon im Verein spielen und dort offensichtlich sehr gut gefördert werden -  und die müssen dann noch das Glück haben und nicht weit ab vom Schuss auf dem Land wohnen, denn dann sind diese Lehrgänge für das Mädchen bzw. dessen Eltern meist nicht realisierbar.

Was mich zum zweiten Thema bringt: „Damen in Herrenmannschaften“. Hier sieht man schon die erste Parallele zu den zwangsläufig nach Jahren folgenden Problemen: So wie es den Mädchen und deren Eltern nicht zuzumuten ist, 70km weit zu einem Lehrgang zu fahren, ist es den Damen nicht zuzumuten, 70km zum nächsten Verein zu fahren, um in einer Damenmannschaft mitzuspielen!

Ich behaupte einfach mal, dass es nie eine reine Mädchenmannschaft im Rheingau geben wird. (Und selbst wenn, gegen wen sollten sie spielen?) Das heißt für meine Tochter, dass sie später einmal in einer Herrenmannschaft mitspielen wird. Ich hoffe, dass der HTTV bis dahin  so weit ist wie einige andere TT-Verbände und Damen bis auf Bezirksebene bei den Herren mitspielen lässt.

Eine - für heute - letzte Frage sei mir noch gestattet:

Wenn die Mädchen in einer Nachwuchsmannschaft mit männlichen Spielern gleichgestellt sind und auf Kreis- und Bezirksebene Ersatz in höheren Mannschaften spielen dürfen, (Zitat Andrea Heckwolf), warum tut sich der HTTV so schwer damit, diese Regelung auch für den Erwachsenenbereich einzuführen???

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September 2010: Eintrag in unseren Gästebuch

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Eintrag in unserem Gästebuch vom 27.09.2010
... von einer Dame leider ohne Namen. Trotzdem recht herzlichen Dank! Lächeln 
Solche Meinungen wurden ja bis jetzt leider wenig publik. Hoffen wir, dass endlich auch einmal die Betroffenen mit in die Diskussion einbezogen werden.
schrieb am 27.09.2010 um 20:37 Uhr:
 

Hallo,
ich wollte mich nur mal für die deutlichen Worte von Anja Hoffmann zum Thema "Frauen in Herrenmannschaften" bedanken!

Ich habe selbst 13 Jahre lang ausschließlich in Jungen-/Herrenmannschaften gespielt; Mädchen-/Damenmannschaften gab es bei mir im Verein nicht. (dass Kerstin Thomsen kein Fan von Frauen in Herrenmannschaften ist, wundert mich nicht - sie hätte mich gerne "abgeworben" für eine der zahllosen Ketscher Damenmannschaften, nur wollte ich da gar nicht hin)

Ich fand es immer toll, in einer rein männlichen Mannschaft zu spielen. Es hat riesigen Spaß gemacht und war - zumindest für mich - überhaupt nicht problematisch. Natürlich hat der ein oder andere Mann ein Problem damit, gegen eine Frau zu verlieren, aber sorry, das ist nicht mein Problem.

Männer haben oft ein anderes Spiel als Frauen, aber ich empfand das eher als Bereicherung und komme jetzt auch im Damenbereich gut mit dem zurecht, was ich in meiner Zeit bei den Herren gelernt habe.

Hätte ich damals nicht bei den Jungs/Herren mitspielen dürfen, hätte ich wohl ganz mit dem Tischtennis aufgehört. Inzwischen bin ich umgezogen und habe mir hier einen neuen Verein gesucht, spiele jetzt zum ersten Mal in meinem Leben in einer Damenmannschaft.

Das macht auch Spaß, aber: 70km Fahrt (einfache Strecke!) in der Bezirksliga (!) bedeuten, dass man entweder unter der Woche sehr viel freie Zeit braucht, oder das gesamte Wochenende draufgeht. Von mir aus könnte man ruhig komplett gemischte Klassen bilden - lieber spiele ich gegen Männer und bin in 20 Minuten beim Auswärtsspiel.

September 2010: Mädchen und Tischtennis

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Lesermeinung von Holger Thösen zum Artikel "Tischtennis ist nur die Nummer zehn" von Dietmar Kelkel im "plopp" 15/10

In dem Artikel wird geschrieben daß Tischtennis bei Mädchen nicht sehr beliebt ist. Ich bin seit vielen Jahren im Nachwuchsbereich aktiv und mittlerweile hauptberuflich Trainer. Aus meiner Erfahrung mit sehr vielen Vereinen, Aufbauarbeit, AG´s, Kursen und Projekten täglich in Kindergärten und Grundschulen kann ich dem nur vehement widersprechen.

Das Problem liegt nicht daran daß TT die falsche Sportart für Mädchen sei wie der Eindruck vermittelt wird, sondern TT als Sportart einfach nicht die richtigen Rahmenbedingungen schafft. In anderen Sportarten wie z.B. Fußball werden Regeln und Rahmenbedingungen voll auf Mädchen verändert, um hier neue Mitglieder zu gewinnen. Immer mehr Vereine haben reine Mädchen-Teams. Beim TT werden viel weniger Kids benötigt. Und es soll mir keiner erzählen Fußball oder Handball wäre für Mädchen geeigneter und beliebter als TT und es liegt nur daran daß der DFB mehr Geld hat.

Ein Beispiel von vielen: beim TT gibt es gemischte Teams. Allerdings dürfen hier nur die Jungs Ersatz in höheren Mannschaften spielen. Die Mädels dürfen nirgends Ersatz spielen. Erklärt das mal jemand aus einer anderen Sportart. Wie gesagt, ein Beispiel von vielen.

Was die Gesamtmitgliederzahlen angeht wäre es noch viel interessanter, diese vom Nachwuchsbereich zu sehen. Mit ca. 40 weiblichen Jugendmannschaften und ca. 50 Schülerinnen-Teams  - IN GANZ HESSEN wohlgemerkt - sieht es noch viel übler aus. Und Hessen ist sicher nicht der schlechteste Verband. Dagegen stehen ca. 700 männliche Jugend und ca. 1000 Schüler-Teams. Das heißt daß in ein paar Jahren kaum noch Damen-TT stattfinden wird. Es gibt ein paar Vereine, die so gut arbeiten, daß sie auch Talente für die Kader herausbringen, so daß die Misere inder Spitze nicht so auffällt. Aber irgendwann wird es auch hier dünner.

Reine Mädchengruppen sind ganz sicher überhaupt nicht nötig, da Mädchen auch hervorragend mit Jungs in einer Gruppe zurechtkommen. Dies sind sie aus Schule und Kindergarten auch gewohnt. Mädchen sind auch gar nicht so weinerlich und wettkampfunwillig wie es dargestellt wird. Die Schulsportoffensive ist ein Schritt in die richtige Richtung zur allgemeinen Nachwuchsförderung. Aber speziell für Mädchen-TT müßte unbedingt etwas konzeptionell getan werden. Bitte nicht mit den DTTB Regiemappen usw. kommen: nette Sachen, aber wenig hilfreich. Es geht ja auch letztlich um zahlende Mitglieder des TT-Sports, die das Ganze am Leben halten. Nur auf den männlichen Bereich zu setzen kann sich kein Sport leisten.

Aber ohne ganz einfache, leicht und vor allem schnell umsetzbare Maßnahmen ist der Zug abgefahren, da besonders Fußball und Handball hier schon Lichtjahre voraus sind und die Kinder bereits im Kindergarten abholen und vor allem viel bessere allegemeine Rahmenbedingungen präsentieren.

Es liegt mir fern, den Schreiber des Artikels , Dietmar Kelkel, oder sonst wen anzugreifen, zumal ich unsere Verbandsmitarbeiter als sehr kooperativ und offen kenne. Aber das Thema beschäftigt mich schon lange. Ich würde mich freuen wenn das Thema sachlich öffentlich in die Diskussion kommen würde, damit sich hier etwas bewegt im Sinne unseres Sports bzw. des Überlebens eines wichtigen Teils unseres Sports. Wenn viele Leute ihre Ideen, Meinungen und Erfahrungen hier einbringen kann dies nur helfen um eine konstruktive Diskussion zu fördern, woraus sich neue Wege ergeben könnten.

Ich bin kein Panikmacher, aber jeder der sich die Zahlen ansieht weiß, daß unser Sport keine Zeit mehr zu verlieren hat. Ich hoffe, daß sich meine Zeilen nicht zu besserwisserisch lesen und bitte um Verständnis, daß ich mir das Thema mal von der Seele geschrieben habe.

Vielen Dank.

 Holger Thösen

 

Hallenzeiten

Dienstag 19.30-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)               Samstag 11.00-13.00 Uhr Nachwuchstraining 
Mittwoch 16.00-17.00 Uhr  Leistungsgruppe Nachwuchs   Samstag 13.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 16.00-17.30 Uhr Bambinis und Nachwuchs   Sonntag 10.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 18.00-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)