September 2010: Fortsetzung Damen in Herrenmannschaften

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

Seit Monaten verfolge ich mit Interesse die regelmäßigen Berichte in „Plopp“ und „Tischtennis“ über den Rückgang im Mädchen- und Frauentischtennis.

 

So auch im aktuellen Plopp  Nr. 15/10. Hierzu habe ich einen Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung im nächsten"Plopp" geschrieben:

Der DTTB „bedauert hilflos, dass die Entwicklung Jahr für Jahr kontinuierlich zurück geht“, weiß aber auch nicht, was er dagegen tun soll. Während man sich über das Thema den Kopf zerbricht, wie man junge Mädchen zum TT-Sport bringt und somit das Aussterben verhindert, gehen darüber die Frauen vergessen, die als einige dieser jungen Mädchen vor Jahren angefangen haben und denen jetzt die Mitspielerinnen fehlen.

Denn es ist doch so: Wenn die jungen Mädchen von damals vom Alter her bei den Damen spielen müssen, gibt es gerade im ländlichen Bereich nicht genug Mitstreiterinnen. Das „warum“ sei hier einmal außer Acht gelassen, beachten wir nur diese Tatsache.

Um weiterhin bei den Damen Tischtennis spielen zu können, müssen weite Fahrten in Kauf genommen werden, und das womöglich zweimal in der Woche zum Training und einmal zum Spiel. Das ist ein Grund, warum viele Frauen in diesem Alter aufhören, Tischtennis zu spielen und die ohnehin schon schlechten Zahlen weiter nach unten drücken.

Einige Damen nehmen die weiten Fahrten in Kauf -  bis zu dem Zeitpunkt, wo sie Nachwuchs bekommen! Dann ist das zeitlich nicht mehr machbar, zumal viele neben den Kindern noch einen Teilzeitjob haben.

Einige ganz wenige, zu denen ich mich als berufstätige Mutter zweier Kinder auch zähle, lassen sich von diesen abschreckenden Tatsachen nicht erschüttern und schließen sich (sehr erfolgreich) Herrenmannschaften an.

Doch durch § 1.11.7.1 der WO des HTTV wird der Einsatz von Damen in Herrenmannschaften auf Kreisebene beschränkt - obwohl der DTTB dies bis auf Bezirksebene zulässt! Ein weiterer Grund für die Frauen, irgendwann frustriert die Flinte ins Korn, sprich den Sport an den Nagel zu hängen!

Also, lieber HTTV: Anstatt „hilflos zu bedauern“, tut endlich etwas für die TT-spielenden Frauen und schließt Euch, wie von vielen anderen Verbänden bereits getan, der vom DTTB  gegebenen Möglichkeit an, Frauen bis auf Bezirksebene bei den Herren mitspielen zu lassen. Dann gehen Euch wenigstens diese Frauen nicht auch noch verloren!

 

Juli 2010: Damen in Herrenmannschaften

Geschrieben von Anja Hoffmann. Veröffentlicht in Damen in Herrenmannschaften

In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Tischtennis" erschien ein Bericht über den Einsatz von Damen in Herrenmannschaften mit dem Tenor, dass dies der Tod des Mädchen- und Frauentischtennis sei. Schuld daran seien, man höre und staune, die Vereine!!!


Zwar wurde auf der Internetseite www. tischtennis.de eine Lösung des Problems angekündigt, nach der man beim Lesen des Artikels jedoch vergeblich sucht.


Da ich persönlich von dieser Problematik betroffen und somit "mitten im Thema" drin bin, komme ich nicht umhin, mich zu diesem Thema von meinem Blickwinkel aus zu äußern... Winken


Schon allein die Schlagzeile auf der Titelseite vermittelt dem Leser sofort einen negativen Eindruck das Thema betreffend. Mit Absicht?


Uneingeweihte werden sofort in die Richtung „gemischte Teams = schlecht“ gelenkt, noch bevor sie sich mit der Problematik des Themas befasst haben. Und Gegner von Frauen in Herrenmannschaften fühlen sich natürlich sofort bestätigt! 


Ich hätte mich, als betroffene Frau, über einen objektiven Bericht sehr gefreut. Aber wieder einmal war der Artikel nur eine Wiedergabe der Meinung der Funktionäre – fernab der Realität an der Basis. Man fühlt sich direkt an die Politiker in unserem Lande erinnert…


Sehr enttäuscht bin ich auch von diversen Referentinnen und Frauenbeauftragten, die ins gleiche Horn stoßen wie ihre männlichen Kollegen. Eigentlich sollten diese doch die Interessen „ihrer“ Spielerinnen vertreten, oder? 


Das Argument, zahlreiche Vereine seien nicht bereit, Mädchen und Frauen anzusprechen, weil sie diese für zu kompliziert halten, ist total aus der Luft gegriffen  und steckt den schwarzen Peter wieder einmal den Vereinen zu! Es liegt einfach daran, dass Tischtennis immer noch nicht populär ist und gerade Mädchen und Frauen sich für diesen Sport nicht interessieren!


Die frühe Wettkampforientierung, ein anderer von Kerstin Thomsen genannter Grund, klingt da schon realistischer. Vehement widersprechen muss ich ihr jedoch bei ihrer Behauptung, dass die Öffnung der männlichen Teams der Tod des Damensports sei und dass „das Bemühen um den Aufbau einer Damenmannschaft oft völlig erlahme“. Das ist in meinen Augen völliger Unsinn und schiebt erneut die Schuld auf die Vereine!


Bei solchen Äußerungen wird meist von „Erfahrungen“ (?) in städtischen Gebieten ausgegangen, wo es an jeder Ecke einen TT-Verein gibt. Wie aber sieht es in den ländlichen Gebieten aus? Interessiert das „die Oberen“ überhaupt? Diesen Eindruck habe ich nicht.

Meine persönliche Situation ist folgende:

Nach einer TT-Pause aufgrund der Geburt meiner zwei Kinder stieg ich wieder in den Sport ein. Die einzige Herrenmannschaft meines Heimatdorfes suchte händeringend Verstärkung, und so rutsche ich in die Problematik „Damen in Herrenmannschaften“ hinein. Der Verein löste sich nach wenigen Jahren auf und ich suchte mir einen neuen Verein in der Nähe. Dort bin ich mit der dritten Herrenmannschaft gerade in die Kreisliga aufgestiegen.

Gerade für Frauen, die nach einer Babypause wieder einsteigen wollen, ist es nicht machbar, neben Beruf, Kindern und Haushalt ein- bis zweimal in der Woche 20 km -einfache Strecke-  zum Training zu fahren und dann noch zu Auswärtsspielen ca. 60 bis 70 km zu fahren! Bei einer "Kollegin" waren es sogar 70km zum nächsten Verein mit Damenmannschaft! Die Alternative? Keine! Entweder Herrenmannschaft oder gar nicht spielen!

Dass sich Frauen in  der Männerwelt des TT nicht gut aufgehoben fühlen, kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich muss aufs Schärfste widersprechen.  Und wenn sie sich dort wirklich nicht gut aufgehoben fühlen, zwingt sie ja keiner dazu, es zu tun!

In meiner Anfangszeit bei den Herren wurde ich zwar von einzelnen Spielern belächelt, nachdem ich diese aber besiegt hatte, verging ihnen das Lächeln und sie sehen mich inzwischen als gleichberechtigte Gegnerin. Mit Mitleid oder einen  „Frauenbonus“ darf ich nicht rechnen – und das will ich auch gar nicht!

Womit wir beim eigentlichen Kern des Problems angelangt sind: „Gegen eine Frau verlieren“!

Was ist so schlimm daran? Warum sollte es eine Schande sein, gegen eine Frau zu verlieren? Was anderes ist das z.B. beim Boxen oder anderen Sportarten, bei denen es auf die Kraft ankommt. Aber welche Vorteile sollten Männer im TT haben? Geschicklichkeit? Kondition? Mit Sicherheit nicht!

Warum gibt es hier keine einheitliche Regelung des DTTB? Im HTTV ist die Kreisliga die höchste Klasse, in der ich spielen darf. Lt. DTTB dürfen Frauen unterhalb der sechsthöchsten Spielklasse (in der Regel Bezirksliga oder Bezirksklasse) in einer Herrenmannschaft spielen, wenn die Verbände eine entsprechende Regelung beschlossen haben. Hat der HTTV leider (noch) nicht.

Ein entsprechender Antrag wurde bereits beim letzten Bezirkstag gestellt, nachdem die Vereine beim Kreistag bis auf eine Enthaltung dafür gestimmt hatten. Aufgrund eines Formfehlers konnte der Antrag leider auf höherer Ebene nicht behandelt werden und ein entsprechend gestellter Dringlichkeitsantrag wurde auf der letzten Sitzung vom Beirat des HTTV abgelehnt.

Wir werden diesen Antrag wieder stellen, in der Hoffnung, dass sich der HTTV der Vorgabe des DTTB  anschließt und Frauen auf Bezirksebene zulässt. Warum gibt es hier keine einheitliche Vorgabe durch den DTTB?

Fazit: Nehmt Frauen in ländlichen Gebieten, die gerne Tischtennis gemäß ihrer Spielstärke spielen wollen, nicht die einzige Möglichkeit, dies zu tun, nämlich in Herrenmannschaften! Ich kann mich hier nur den Worten des Präsidenten des TTVSH anschließen: „ Wenn eine Frau die Spielstärke hat und es in der Region keine adäquate Frauenmannschaft gibt – warum nicht?“

 

Hallenzeiten

Dienstag 19.30-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)               Samstag 11.00-13.00 Uhr Nachwuchstraining 
Mittwoch 16.00-17.00 Uhr  Leistungsgruppe Nachwuchs   Samstag 13.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 16.00-17.30 Uhr Bambinis und Nachwuchs   Sonntag 10.00-22.00 Uhr Heimspiele
Freitag 18.00-22.00 Uhr Erwachsene (+Hobby)